Mehrsprachigkeit – eine ungenutzte Ressource unserer Gesellschaft

Die Landesregierung will die Mehrsprachigkeit in NRW fördern und hat dazu die „Initiative Lebendige Mehrsprachigkeit“ ins Leben gerufen. „Mehrsprachigkeit ist keine Besonderheit, sondern Alltag in unserer Gesellschaft“, sagte Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute als Schirmherr der Initiative bei der Auftaktsitzung in Düsseldorf. Doch die Wertschätzung für die Sprachen fehle noch in vielen Bereichen.

Die  Partner der Landesregierung bei der Umsetzung der Initiative sind der Landesintegrationsrat und die Landesweite Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren (LaKI). Weitere Partner, darunter Vertreter aus Ministerien, kommunalen Spitzenverbänden, Wissenschaft und Bürgerschaft, werden die Initiative unterstützen.

Tayfun Keltek, Vorsitzender des Landesintegrationsrates, engagiert sich seit Jahren für die Anerkennung der Mehrsprachigkeit als wichtige Ressource: „Herkunftssprachen wie Türkisch, Russisch und Italienisch haben für die Menschen mit Migrationshintergrund eine essentielle Bedeutung. Wenn die Herkunftssprachen in den Bildungseinrichtungen gefördert werden, erleichtert dies das Lernen der deutschen Sprache erheblich und unterstützt die kognitive Entwicklung der Kinder. Zudem bedeutet die Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit für die Betroffenen auch die Anerkennung ihrer kulturellen Identitäten und kann somit als wirksame Maßnahme gegen die Entstehung von Rassismus gesehen werden.“

Wer Sprachen beherrscht, habe bessere Entfaltungsmöglichkeiten und Chancen im Leben, betonte Staatssekretär Klute: „Gerade auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt ist Sprachkompetenz ein wichtiger Faktor. Umso bedeutender ist es, diese Ressourcen zu fördern.“

Eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Mehrsprachigkeit  spielen die Kommunalen Integrationszentren in NRW. Sie unterstützen KiTas und Schulen dabei, die vorhandene Mehrsprachigkeit der Kinder und Jugendlichen zu erkennen, wert zu schätzen und als Ressource zu nutzen. „Die Landesweite Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren arbeitet eng mit der Fachwissenschaft zusammen, um mehrsprachige Angebote im Land einzuführen“, erläutert Christiane Bainski, Leiterin der Koordinierungsstelle.

In Nordrhein-Westfalen leben Menschen aus über 190 Herkunftsländern. Mindestens ebenso viele Sprachen gehören zur Alltagswelt der Menschen in NRW.

Quelle: www.mais.nrw.de